Outwell Ohio 5 TC im Test: Luftzelt oder Gestängezelt, was passt zu uns?

Unser ehrlicher Vergleich zweier Zelttypen – und ein ausführlicher Test des neuen Outwell Ohio 5 TC

Seit der Geburt unserer Zwillinge hat sich unser Familienleben grundlegend verändert. Und damit auch unser Campingalltag. Plötzlich waren wir zu fünft unterwegs, und so gemütlich unser bisheriges Zelt auch war: Mit drei kleinen Kindern wurde es darin einfach zu eng. Schlafsäcke, Kleidung, Spielsachen, Buggy, Sandspielzeug. Der Platz reichte hinten und vorne nicht mehr. Also stand fest: Wir brauchen ein neues Familienzelt. Eines mit mehr Platz, besserem Komfort und möglichst unkompliziertem Handling.

In diesem Beitrag geht es deshalb um eine Frage, die uns ständig per Mail und in den Kommentaren erreicht: Luftzelt oder klassisches Gestängezelt, was ist besser für Familien? Wo liegen die Stärken und Schwächen der beiden Zelttypen? Und worauf kommt es an, wenn man mit kleinen Kindern unterwegs ist?

Für diesen Vergleich haben wir die perfekte Ausgangslage. Letztes Jahr haben wir das Outwell Virginia 5 Air TC ausführlich getestet, ein Luftzelt, von dem wir bis heute absolut begeistert sind. Diese Saison steht nun das brandneue Outwell Ohio 5 TC bei uns auf dem Prüfstand: gleiche Marke, gleiches Material, gleiche Größenklasse, aber eben ein klassisches Tunnelzelt mit Gestänge. Zwei Zelte, die sich fast nur im Aufbaukonzept unterscheiden. Besser kann man die beiden Systeme kaum gegeneinander antreten lassen.

Eine kurze Antwort auf die Frage gibt es trotzdem nicht. Deshalb schauen wir uns erst die beiden Zelttypen im Vergleich an, bevor wir das Ohio 5 TC im Detail vorstellen.

Unsere Wunschliste: Was ein Familienzelt für uns können muss

An unseren Anforderungen hat sich seit dem letzten Zeltkauf wenig geändert. Nur die Kinder sind größer geworden, unser Großer ist inzwischen sechs, die Zwillingsmädchen sind zwei:

  • Das Zelt sollte groß genug sein, damit wir zu fünft bequem darin leben und schlafen können. Mit Raum zum Spielen, Wickeln, Anziehen und Ausruhen.
  • Es sollte atmungsaktiv sein und auch bei Hitze ein angenehmes Klima haben.
  • Ein unkomplizierter Aufbau war uns wichtig, denn mit kleinen Kindern bleibt oft nur einer fürs Zelt zuständig, während der andere die Bande hütet.
  • Und es sollte durchdachte Details und gute Qualität mitbringen. Wir investieren lieber einmal richtig, als uns unterwegs ständig zu ärgern.

Luftzelt oder Gestängezelt? Der große Vergleich für Familien

Bevor wir zum Ohio kommen, ein ehrlicher Blick auf beide Konzepte. Mit unserem Virginia Air haben wir inzwischen eine komplette Saison hinter uns, das neue Ohio hat seine ersten Touren mit uns absolviert. Beide Zelttypen haben wir also mit drei Kindern, vollem Gepäck und wechselhaftem Wetter erlebt. Alles, was jetzt kommt, haben wir selbst genau so erlebt.

Unsere Erfahrungen mit dem Outwell Virginia 5 Air TC Familienzelt

Das Luftzelt

Was für ein Luftzelt spricht

Beim Luftzelt ersetzen aufblasbare Schläuche das Gestänge. Zelt ausrollen, Ecken fixieren, Pumpe ansetzen, fertig. Bei unserem Virginia stand das Grundgerüst nach wenigen Minuten, und zwar von einer Person alleine aufgestellt. Es gibt keine Stangen, die man verwechseln oder in der falschen Reihenfolge einfädeln kann. Wenn die Kinder quengeln oder am Horizont ein Gewitter aufzieht, ist das Gold wert.

Auch bei Wind haben Luftzelte einen Trumpf: Die Schläuche geben bei Böen nach und federn zurück, statt zu brechen. So können auch keine verbogenen Stangen die schwere Baumwollhaut beschädigen. Und der Abbau geht genauso flott wie der Aufbau: Ventile auf, das Zelt sinkt in Sekunden in sich zusammen, einrollen, fertig. Am Abreisetag mit quengelnden Kindern und Räumfrist bis mittags ein spürbarer Vorteil.

Wo das Luftzelt schwächelt

Die Kehrseite haben wir im Virginia-Test nicht verschwiegen: Luftzelte sind schwer und sperrig. Unser Virginia bringt 38,2 kg auf die Waage, in einer einzigen, unhandlichen Tasche, denn die Luftschläuche lassen sich nun mal nicht vom Zelt trennen. Wer den Sack einmal in einen vollgepackten Kofferraum gehievt hat, weiß, wovon wir reden. Dazu kommt: Geht ein Schlauch kaputt, wird die Reparatur unterwegs knifflig. Eine Stange tauscht man deutlich einfacher.

Und die Luft macht ihre eigenen Regeln. Bei Hitze dehnt sie sich aus, bei Kälte zieht sie sich zusammen. Also ab und an nachpumpen, oder bei extremer Sonne etwas Luft ablassen, damit die Schläuche nicht unter zu viel Druck stehen.

Und noch ein Punkt gehört zur Ehrlichkeit dazu: Der Komfort und die Bequemlichkeit eines Luftzelts haben ihren Preis. Für den schnellen Aufbau ohne Gestänge, die einfache Handhabung und die aufwendige Konstruktion mit integrierten Luftkanälen zahlt ihr bei gleichem Material spürbar mehr als bei einem vergleichbaren Gestängezelt. Ob das den Aufpreis wert ist, ist am Ende eine persönliche Entscheidung, und für viele Familien ist er das absolut.

Test: Unsere Erfahrungen mit dem Outwell Ohio 5 TC Familienzelt für 5 Personen.

Das Gestängezelt

Was für ein Gestängezelt spricht

Das klassische Gestängezelt ist die bewährte Lösung, und für ein Familienzelt aus schwerer Technischer Baumwolle bringt es einige handfeste Vorteile mit, die im ersten Moment gar nicht so offensichtlich sind:

Der Preis. Wie schon genannt: Bei gleichem Material zahlt ihr für ein Gestängezelt spürbar weniger als für ein vergleichbares Luftzelt.

Getrennter Transport in zwei Taschen. Zeltplane und Gestänge liegen in separaten Packsäcken. So schleppt man keinen 38-Kilo-Sack, sondern zwei handlichere Taschen, die im Kofferraum außerdem flexibler zu verstauen sind.

Maximale Stabilität bei Dauersturm. Ein starres Aluminium- oder Fiberglas-Gestänge steht auch nach der zweiten stürmischen Nacht bombenfest, ohne dass irgendwo Druck nachgelassen hätte.

Dauerspannung für die Baumwollhaut. Polycotton dehnt sich bei Nässe leicht aus. Ein starres Gestänge hält die schwere Baumwollhaut auch über Wochen straff, das Zelt hängt nicht durch.

Mehr Stehhöhe im Innenraum. Weil keine dicken Luftschläuche an der Decke verlaufen, wirkt der Innenraum offener, und man kann fast überall aufrecht stehen.

Einfache Reparatur unterwegs. Ein gebogenes Gestängesegment ist mit einer Reparaturhülse in Minuten geflickt, Ersatzstangen bekommt man in jedem Campingladen. Ein defekter Luftschlauch ist da eine ganz andere Baustelle.

Wo das Gestängezelt schwächelt

Der Auf- und Abbau dauert länger und will geübt sein. Stangen sortieren, einfädeln, das Zelt aufrichten, und am Ende des Urlaubs alles wieder rückwärts. Bei dieser Größe ist das alleine sportlich, zu zweit aber gut machbar. Wer bei ankommender Dunkelheit oder Regen zum ersten Mal die Bögen zuordnen muss, kann durchaus ins Fluchen kommen. Und bei Sturm gilt der alte Satz: Was sich nicht biegt, kann brechen. Ein Qualitätsgestänge relativiert das Risiko deutlich, ganz aus der Welt ist es nicht.

Unser Zwischenfazit: Welcher Zelttyp besser ist, hängt allein davon ab, wie ihr campt. Wer maximalen Aufbaukomfort will und mit Gewicht und Preis leben kann, wird mit dem Luftzelt glücklich. Wer lieber weniger schleppt, weniger zahlt und meistens zu zweit aufbaut, fährt mit dem Gestängezelt gut. Wie sich das konkret anfühlt, zeigen wir euch jetzt an unserem neuen Zelt.

Praxistest: Das Outwell Ohio 5 TC im Detail

Das Outwell Ohio 5 TC Familienzelt ist ganz neu auf dem Markt: ein Dreiraum-Tunnelzelt für fünf Personen aus atmungsaktivem Polycotton (Outtex Airtech, 65 % Polyester, 35 % Baumwolle). Schon beim ersten Anschauen hat es uns gefallen: ein klassisches Familienzelt in warmem Sandton, sauber verarbeitet, nichts wirkt billig. So darf ein Zelt aussehen, in dem man wochenlang wohnt.

Das eigentliche Herzstück steckt aber in den Stangenkanälen: das neue PowerTec-Gestänge, eine Hybrid-Konstruktion, die uns neugierig gemacht hat. In den geraden Seitensegmenten haben die Fiberglasstangen einen quadratischen Querschnitt, laut Outwell macht sie das rund 40 % bruchstabiler als klassisches Rundgestänge. Im Dachbereich wechseln die Segmente zu einer runden Form, die sich besser biegen lässt und die Wölbung formt. Genau dieses Gestänge war für uns der Grund, dem klassischen Konzept noch einmal eine Chance zu geben.

Test: Unsere Erfahrungen mit dem Outwell Ohio 5 TC Familienzelt für 5 Personen.

Die größten Vorteile im Überblick:

✔️ Angenehmes Klima dank Polycotton

Wie schon beim Virginia wollten wir wieder ein TC-Zelt, da gab es bei uns keine Diskussion. Das Baumwoll-Mischgewebe atmet, heizt sich im Sommer längst nicht so auf wie reines Polyester und hält kühle Nächte spürbar wärmer ab. Dazu kommt ein Effekt, den man erst nachts zu schätzen lernt: Die hygroskopische Baumwolle nimmt den Wasserdampf der Atemluft auf, statt ihn an kalten Zeltwänden kondensieren zu lassen. Wenn fünf Personen eine Nacht lang in einem Zelt atmen, macht das einen gewaltigen Unterschied. Während wir in früheren Polyesterzelten morgens regelmäßig feuchte Wände abgewischt haben, bleibt das Klima im TC-Zelt angenehm trocken. Wer einmal mittags in einem aufgeheizten Polyesterzelt ein Kleinkind wickeln musste, versteht sofort, warum uns das Material so wichtig ist. Der UV-Schutz von UPF 50+ beruhigt zusätzlich, wenn die Kinder in der Mittagssonne im Zelt spielen.

✔️ Viel Platz und eine Aufteilung, die für Familien funktioniert

545 cm lang, 320 cm breit, 210 cm Stehhöhe. Man kann im Ohio als Erwachsener komplett aufrecht herumlaufen, und das allein verändert das Wohngefühl enorm. Die Schlafkabine misst innen 215 cm in der Breite und lässt sich per Trennwand in zwei Kabinen teilen. Wir haben die Trennwand allerdings geöffnet und daraus eine einzige große Schlafkabine gemacht: So liegen wir alle fünf nebeneinander, jeder mit ausreichend Platz, und die Zwillingsmädchen und unser Großer haben uns nachts direkt an ihrer Seite. Für uns die ideale Lösung. Wenn die Kinder größer sind, lässt sich die Trennwand jederzeit wieder einziehen. Die abgedunkelten Premier-Schlafkabinen sind dabei unser heimliches Lieblingsfeature geworden. Die Kinder schlafen morgens tatsächlich länger, wenn nicht um halb sechs die Sonne ins Zelt knallt.

Test: Unsere Erfahrungen mit dem Outwell Ohio 5 TC Familienzelt für 5 Personen.

Der Wohnbereich mit dem hellen, warm getönten Dach wirkt freundlich und einladend. Hier wird gewickelt, gespielt, bei Regen gefrühstückt und abends noch eine Runde Memory verloren. Die vertikale Vorderwand mit Vordach schafft zusätzlich einen geschützten Übergangsbereich für matschige Schuhe und Sandspielzeug.

Richtig praktisch im Alltag sind die zwei separaten Eingänge. Vorne unter dem Vordach spielen die Kinder oder steht der Frühstückstisch, und wir kommen über die Seitentür trotzdem bequem rein und raus, ohne über Sandförmchen und Gummistiefel zu steigen. Und der zweite Eingang kann noch mehr:

Belüftung nach Bedarf: Beide Türen auf, und frische Luft zieht durchs ganze Zelt. Im Zusammenspiel mit den Fenstern, den Low Vents und der Rear Ventilation lässt sich so je nach Wind, Regen oder Hitze ganz individuell steuern, wie viel Luft ins Zelt kommt. So herrscht drinnen fast immer ein angenehmes Klima.

Unabhängigkeit vom Wind: Egal aus welcher Richtung es weht, ein Eingang liegt immer auf der geschützten Seite. So pfeift einem beim Rein- und Rausgehen nicht jedes Mal eine Böe ins Zelt.

Flexibler Ausblick und Aufbau: Zwei Türen bedeuten mehr Sicht nach draußen und mehr Freiheit beim Ausrichten des Zelts auf der Parzelle.

Der Eltern-Trick: Wer sich schon mal unauffällig aus dem Zelt schleichen wollte, ohne dass die Kinder es mitbekommen, weiß einen zweiten Ausgang sehr zu schätzen.

Unser Tipp: Wer noch mehr geschützte Fläche vor dem Zelt möchte, kann das optional erhältliche Louisiana Tarp TC andocken. Damit wächst der sonnen- und regengeschützte Außenbereich noch einmal deutlich, und das offene Raumgefühl darunter ist herrlich luftig. Abends bleibt es unter dem Tarp spürbar wärmer als im Freien, und je nach Sonnenstand oder Windrichtung lässt es sich in wenigen Handgriffen anders abspannen. Mit 390 x 400 cm Fläche, drei höhenverstellbaren Stangen und UPF 50+ bietet es reichlich Platz und zuverlässigen Sonnenschutz. Weil es außerdem aus demselben atmungsaktiven Outtex Airtech besteht wie unsere beiden Outwell Zelte und farblich exakt dazupasst, wirkt am Stellplatz alles stimmig und wie aus einem Guss.

Auch auf Tagesausflügen zum Strand hatten wir das Tarp schon ein paar Mal dabei und sind rundum begeistert. Der Aufbau geht schnell und ist gut alleine machbar, und darunter entsteht in kürzester Zeit ein großzügiger Schattenplatz, ideal für eine Familie mit drei Kindern (siehe Foto).

Test: Unsere Erfahrungen mit dem Outwell Ohio 5 TC Familienzelt für 5 Personen.

✔️ Steht wie eine Eins: PowerTec-Gestänge und Wind Stabilizer

Das Gestänge macht einen richtig wertigen Eindruck, da klappert und wackelt nichts. Dazu kommt das Wind Stabilizer System: Über Klettverschlüsse wird das Zelttuch direkt mit dem Gestänge verbunden, die ganze Konstruktion steht dadurch als Einheit im Wind. Outwell hat das Ohio nach eigenen Angaben bis Windstärke 9 getestet. Wir hatten an der Küste eine ziemlich ruppige Nacht und haben besser geschlafen, als das Wetter es verdient hätte.

Für richtiges Sauwetter gibt es außerdem eine eigene Sturm-Konfiguration: Vordach komplett einrollen, mit der Sturmlasche fixieren und den vordersten Gestängebogen einfach weglassen. So hat der Wind deutlich weniger Angriffsfläche.

Auch unten herum ist das Zelt durchdacht. Der eingenähte Boden mit 10.000 mm Wassersäule hält dicht und lässt keine Zugluft an die Krabbelkinder. Am Haupteingang liegt die Bodenwanne flach, es gibt also keine Stolperkante für die Zwillinge. Und wenn es schüttet oder die Mücken Sturm laufen, wird die Wanne per Reißverschluss fest mit der Vordertür verbunden. Dann ist das Zelt rundum geschlossen.

✔️ Magnettüren, Licht und Haken: unsere Lieblingsdetails

Die Quick & Quiet Inner Doors kannten und liebten wir schon von unserem Virginia, umso mehr haben wir uns gefreut, sie auch im Ohio wiederzufinden. Die Türen zur Schlafkabine schließen mit Magnetstreifen statt Reißverschluss, komplett lautlos. Wer schon mal nachts versucht hat, an schlafenden Zwillingen vorbei aus der Kabine zu schleichen, während ein Reißverschluss sein ratterndes „Rrrrritsch“ durchs halbe Zelt schickt, der versteht unsere Begeisterung. Kleiner Nebeneffekt: Die klassischen Organizer-Taschen sind wegen der Magnetfront in die unteren Ecken der Kabine gewandert. Dort verschwinden jetzt Schnuller, Taschenlampen und Kuscheltiere.

Beim Licht hat Outwell mitgedacht. Das integrierte Outwell Light System sitzt über der Schlafkabine, hängt an jeder USB-C-Powerbank und lässt sich in drei Stufen dimmen. Eine kleine LED am Schalter leuchtet grün, sobald Strom anliegt. Die niedrigste Stufe ist bei uns das Einschlaflicht der Kinder geworden. Über die Kabeldurchführungen wandern die Ladekabel direkt in die Schlafkabine, so laden die Handys nachts neben dem Kopfkissen statt irgendwo im Wohnbereich.

Dazu kommt das HookTrack-System, eine Schiene mit verschiebbaren Haken für Lampe, Handtücher oder die Wickeltasche. Bis 1,5 kg pro Haken, das reicht im Alltag locker.

Test: Unsere Erfahrungen mit dem Outwell Ohio 5 TC Familienzelt für 5 Personen.
Test: Unsere Erfahrungen mit dem Outwell Ohio 5 TC Familienzelt für 5 Personen.
Test: Unsere Erfahrungen mit dem Outwell Ohio 5 TC Familienzelt für 5 Personen.

✔️ Belüftung, die auch Hitzetage meistert

Nach ein paar heißen Sommerwochen im Zelt achten wir auf kaum etwas so sehr wie auf Belüftung, und hier liefert das Ohio. Permanente Lüfter sitzen über den Fenstern, dazu kommen Low Vents unten an den Seiten, die dank Außenklappen sogar bei Regen offen bleiben können, und das Rear Ventilation System an der Rückseite. Letzteres ist unser Favorit: Bei trockenem Wetter rollt man die komplette Rückwand-Lüftung nach oben, das Moskitonetz darunter bleibt zu, und in der Schlafkabine wird es hell und luftig, fast wie mit Panoramafenster. An schwülen Abenden zieht durch das Zusammenspiel der vielen Öffnungen ein spürbarer Luftzug durchs Zelt. Genau das braucht man, wenn drei Kinder einschlafen sollen.

Ein eigenes Lob verdienen die Moskitonetze, denn sie gehören hier fest zum Belüftungskonzept. Die Vordertür hat ein vollständiges Netzpanel, auch die Seitentür ist mit Moskitonetz ausgestattet. So lässt sich das komplette Zelt bei sommerlichen Temperaturen durchlüften, ohne dass eine einzige Mücke den Weg zu den schlafenden Kindern findet. Selbst die Schlafkabinen haben Lüftungsstreifen aus Moskitogaze für frische Luft in der Nacht, und beim hochgerollten Rear Ventilation System bleibt das Netz darunter ebenfalls geschlossen. An Türen und Fenstern können wir außerdem je nach Situation wählen: blickdicht geschlossen für Privatsphäre oder nur das Netz für maximale Luft. Nach Abenden an mückenreichen Seen wissen wir dieses Rundum-Konzept wirklich zu schätzen.

Die getönten Fenster runden das Paket ab: Sie lassen uns rausschauen, machen den Blick von außen ins Zelt aber schwer. Auf vollen Campingplätzen ist das angenehmer, als man vorher denkt.

✔️ Zwei Taschen statt einem Monstersack

Diesen Punkt wissen wir nach einem Jahr Luftzelt besonders zu schätzen: Beim Ohio verteilt sich das Gewicht auf zwei separate Taschen. Die Zeltplane wiegt 21 kg, das Gestänge 10,7 kg. Insgesamt knapp 32 kg, das ist zwar eine Hausnummer, für ein großes Familienzelt aus hochwertiger Technischer Baumwolle aber ein absolut vertretbarer Wert. Und weil sich die Last eben auf zwei handliche Taschen verteilt, wird der Transport nicht zum Problem. Zur Erinnerung: Unser Virginia 5 Air TC kommt als ein einziger Packsack mit satten 38,2 kg daher. Der lässt sich mit etwas Mühe und dem einen oder anderen leisen Fluch zwar auch von einer Person in den Kofferraum hieven, komfortabel ist das aber nicht. Die zwei Ohio-Taschen trägt dagegen jeder von uns entspannt alleine, und im vollgepackten Familienauto lassen sie sich viel flexibler verstauen als ein Riesensack. Für uns ein klarer Punktsieg für das Gestängezelt.

✔️ Faires Gesamtpaket

Unterm Strich bekommt man beim Ohio 5 TC viel Zelt fürs Geld, gerade im Vergleich zum Luftzelt. Heringe, Reparaturset und fünf HookTrack-Haken liegen schon bei.

Familiencamping Gepäck Transport

Das solltest du bedenken:

Der Aufbau braucht zwei Paar Hände

Outwell gibt rund 23 Minuten für den kompletten Aufbau an. Die Anleitung schlüsselt das auf: etwa 7 Minuten für Geübte, bis das Zelt grob steht, und weitere 16 Minuten für Abspannen und Feinarbeiten. Beim ersten Mal haben wir länger gebraucht. Inzwischen schaffen wir es zu zweit in etwa 20 bis 30 Minuten, wenn alles gut läuft und die Kinder mitmachen. Damit können wir gut leben. Aber: Alleine ist der Aufbau zwar machbar, Spaß macht er nicht. Die langen Gestängebögen über das große Zelt zu führen und anschließend auf Spannung zu bringen, kostet Kraft und Geduld, und alleine läuft man dabei mehrfach ums ganze Zelt herum. Genau hier spielt unser Virginia Air seinen größten Trumpf aus, das steht in wenigen Minuten und von einer Person aufgepumpt. Im direkten Vergleich der Zelttypen geht dieser Punkt klar an das Luftzelt. Wer fast immer alleine aufbaut, sollte das ernst nehmen.

Polycotton will gepflegt werden und braucht Zeit zum Trocknen

Der größte Alltagsnachteil des schönen Materials: Baumwollgewebe saugt Feuchtigkeit auf und trocknet deutlich langsamer als Polyester. Wer bei Regen abreisen muss, braucht zuhause Platz zum Nachtrocknen, sonst drohen Stockflecken. Das oft zitierte Einregnen vor dem ersten Urlaub ist übrigens laut Outwell keine Pflicht, mehr dazu in unseren Pflegetipps weiter unten. Wir haben unsere beiden TC-Zelte vorab nicht beregnet und hatten trotzdem nie Probleme mit eindringendem Wasser.

Noch eine Einordnung zur Haltbarkeit: Das dickere Baumwoll-Mischgewebe steckt Sonne und lange Standzeiten sogar besser weg als dünnes Polyester und gilt als das langlebigere Material. Outwell konzipiert seine Zelte allerdings generell für den klassischen Campingurlaub von einigen Wochen im Jahr, nicht als ganzjähriges Dauerstandzelt. Wer ein Zelt für den Dauerstellplatz sucht, sollte sich in einer anderen Kategorie umschauen.

Kleinigkeiten, die man einplanen sollte

Für das Lichtsystem braucht ihr eine eigene Powerbank oder eine USB-C-Stromquelle, die liegt nicht bei. Zum Schutz des eingenähten Bodens vor spitzen Steinen empfiehlt Outwell eine separate Zeltunterlage (Footprint). Die zahlt sich nicht nur beim Bodenschutz aus, sondern vor allem beim Abbau: Statt das Zelt auf nassem oder verdrecktem Boden zusammenzulegen, faltet ihr es auf einer sauberen Plane. Das spart am Ende einiges an Putzarbeit zuhause. Für uns ebenfalls unverzichtbar ist der passende Cozy-Teppich. Erst mit ihm wird aus dem Zelt ein richtig gemütliches Zuhause auf Zeit: warm unter den Füßen, angenehm für die Kinder beim Spielen und ein spürbarer Unterschied an kühleren Abenden. Kurz gesagt: Powerbank, Footprint und Teppich gehören für uns beim Kauf gleich mit ins Budget. Und die HookTrack-Haken tragen maximal 1,5 kg pro Stück, schwere Taschen gehören also weiterhin auf den Boden.

Unser Fazit: Luftzelt oder Gestängezelt, und für wen lohnt sich das Ohio 5 TC?

Zuerst das Wichtigste zum großen Vergleich: Einen klaren Gesamtsieger gibt es für uns nicht, denn beide Zelttypen haben uns auf ihre Art überzeugt. Von unserem Virginia 5 Air TC sind wir nach wie vor absolut begeistert, vor allem wegen des unschlagbar einfachen Aufbaus, den einer von uns alleine schafft, während der andere die Kinder im Blick behält. Das Ohio 5 TC punktet dafür an anderen Stellen: mit zwei handlichen Taschen statt einem 38-Kilo-Sack, mit einem spürbar günstigeren Preis und mit Details wie dem neuen dimmbaren Lichtsystem. Vieles, was wir am Virginia lieben, etwa die geräuschlosen Magnettüren, steckt auch im Ohio. Platz, Klima und Verarbeitung sind bei beiden auf demselben hohen Niveau, kein Wunder, es steckt dasselbe Material drin.

Die Entscheidung zwischen Luftzelt und Gestängezelt läuft für uns deshalb auf zwei Fragen hinaus: Wie baut ihr auf, und wie transportiert ihr? Wer meist alleine aufbaut oder es beim Ankommen so unkompliziert wie möglich haben will, greift zum Luftzelt und nimmt dafür Gewicht und Aufpreis in Kauf. Wer zu zweit aufbaut, handlicher packen und weniger ausgeben möchte, ist beim Gestängezelt richtig.

Unsere Empfehlung zum Ohio 5 TC: Fällt eure Antwort auf das Gestängezelt, macht ihr mit dem Ohio nach unseren ersten Wochen alles richtig. Es bringt alles mit, was wir uns von einem Familienzelt wünschen: viel Platz, ein tolles Klima, sturmerprobte Stabilität und durchdachte Details. Tendiert ihr eher zum Luftzelt, legen wir euch unseren Test des Outwell Virginia 5 Air TC ans Herz. Falsch macht ihr mit keinem der beiden etwas, ihr müsst nur wissen, welcher Kompromiss besser zu eurem Familienalltag passt.

Übrigens: Beide Zelte bleiben bei uns im Einsatz, und wir sind selbst gespannt, welches sich über die Saison als unser Favorit herauskristallisiert. Nach dem Sommer ziehen wir Bilanz und berichten euch in einem Langzeitvergleich, wie sich Luftzelt und Gestängezelt über viele Wochen und Aufbauten geschlagen haben. Es lohnt sich also, wieder vorbeizuschauen.

Technische Daten:

  • Zelttyp: Dreiraum-Tunnelzelt
  • Personen: 5
  • Außenzelt: Outtex Airtech, 65 % Polyester / 35 % Baumwolle
  • Innenzelt: Atmungsaktiv, 65 % Polyester / 35 % Baumwolle
  • Zeltboden: Wasserdichtes Polyethylen, doppelt beschichtet, eingenäht (10.000 mm Wassersäule)
  • Gestänge: PowerTec Fiberglas mit quadratischen Segmenten, Wind Stabilizer System
  • Windstabilität: Getestet bis Windstärke 9
  • UV-Schutz: UPF 50+
  • Maße (L x B): 545 (625 mit Abspannung) x 320 cm
  • Stehhöhe: 210 cm (innen 200 cm)
  • Gewicht: Zelt 21 kg, Gestänge 10,7 kg
  • Packmaß: Zelt 81,5 x 45 x 35 cm, Gestänge 77 x 35 x 13 cm
  • Aufbauzeit: ca. 22 Minuten (Herstellerangabe)
  • Lieferumfang: Heringe, Reparaturset, 5 Haken für HookTrack
  • Besonderheiten: Outwell Light System (3-stufig dimmbar, USB-C), Quick & Quiet Magnettüren, HookTrack-System, abgedunkelte Schlafkabinen
  • Farbe: Sand

Pflegetipps für euer Polycotton-Zelt

Einregnen (Beregnen), ja oder nein?

Beim Einregnen baut ihr das Zelt zuhause auf, wässert es mit dem Gartenschlauch, lasst es trocknen und wiederholt das ein paar Mal. Die Baumwollfasern quellen dabei auf und verschließen die winzigen Zwischenräume im Gewebe sowie die Nadellöcher an den Nähten, die durch die Produktion völlig normal sind. Wichtig zu wissen: Laut Outwell ist das Beregnen beim eng gewebten Airtech-Stoff nicht zwingend erforderlich, das Gewebe braucht nur wenig Wasser, um dicht zu werden. Der Hersteller empfiehlt es trotzdem nach dem Kauf und nach längerer Lagerung, denn nebenbei probt ihr so den Aufbau und entdeckt eventuell tropfende Nahtstellen, die sich mit einem Tupfer Nahtdichter versiegeln lassen. Wir sagen aus eigener Erfahrung: Wir haben unsere TC-Zelte vorab nicht beregnet, spätestens der erste natürliche Regen im Urlaub erledigt den Job, und dicht waren beide von Anfang an. Wer auf Nummer sicher gehen will oder das Zelt lange gelagert hat, macht mit dem Beregnen aber nichts falsch.

Reinigung

Groben Schmutz trocken mit einer weichen Bürste entfernen, Flecken nur mit klarem Wasser und Schwamm behandeln. Bitte keine aggressiven Reiniger, die zerstören die Imprägnierung.

Lagerung

Nur vollständig trocken einpacken. Musstet ihr nass abbauen, das Zelt zuhause so schnell wie möglich aufbauen oder aufhängen und durchtrocknen lassen. Gelagert wird trocken, kühl und locker gepackt.

Transparenzhinweis: Das Outwell Ohio 5 TC Familienzelt wurde uns von Outwell für Testzwecke zur Verfügung gestellt. Es handelt sich nicht um eine bezahlte Kooperation, und der Hersteller hat keinen Einfluss auf Inhalt oder Bewertung dieses Beitrags. Die Review basiert auf unseren eigenen Erfahrungen beim Campen mit drei kleinen Kindern – ehrlich, unabhängig und praxisnah. Unser Ziel ist es, Familien bei der Auswahl von gutem Camping-Equipment zu unterstützen – mit authentischen Einblicken.

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